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«Ich war nie die ordentliche Bürolistin, sondern eine kreative Chaotin»

«Ich war nie die ordentliche Bürolistin, sondern eine kreative Chaotin»

Wie haben Sie Silvester gefeiert?
Shana Frezza: Ich habe Silvester im kleinen Rahmen mit der Familie meines Freundes in Uttigen gefeiert. Wir genossen ein feines Fondue Chinoise, erfreuten uns an der Aussicht auf die Stadt Thun und am mitternächtlichen Feuerwerk.

Welche guten Vorsätze haben Sie gefasst?
Ich will so schnell wie möglich meinen Führerausweis machen – schliesslich darf ich als neue Miss Bern einen nigelnagelneuen Suzuki Swift fahren (schmunzelt). Und im Juni 2021 möchte ich die kaufmännische Lehre abschliessen.

An Silvester blicken viele Menschen jeweils nachdenklich auf das alte Jahr zurück. 2020 stand ganz im Zeichen der Corona-Pandemie – sind Sie froh, dass das unfassbare Jahr endlich vorbei ist?
Ja, definitiv. Nun gilt es die Lehren aus der Corona-Krise zu ziehen. Aber wir müssen uns bewusst sein: Das Coronavirus wird 2021 nicht verschwinden. Wir müssen lernen, mit diesem Virus zu leben. Es wird ein Teil unseres Lebens bleiben. Ich ziehe das Positive daraus.

Was denn?
Seit Ausbruch der Corona-Pandemie habe ich viel mehr Zeit für mich. Ich komme zur Ruhe. Vor der Corona-Krise durchlebte ich stressige Zeiten und rannte im hektischen Alltag wie im Hamsterrad.

Welcher Moment ist Ihnen 2020 besonders nahegegangen?
Der Sieg bei der Miss-Bern-Wahl. Als ich am Nachmittag unter den besten Drei stand, bekam ich Gänsehaut. Ich musste erst realisieren, dass am Abend die Krönung stattfindet. Am Abend dann hörte ich plötzlich mein Lied «Sweet Dreams» von Annie Lennox, das ich zuvor für meinen Catwalk ausgesucht hatte. Ich wusste also: Ich habe gewonnen! Die unmittelbare Zeit danach erlebte ich wie in einem Film. Ich funktionierte nur noch.

Was war Ihr erster Gedanke, als Sie realisiert haben, dass Sie die neue Miss Bern sind?
Ich stellte mir vor, wie meine Familie gerade vom Sofa aufgesprungen war und jubelnd auf den Bildschirm schaute. Meine Liebsten verfolgten die Miss-Bern-Wahl via Livestream.

Weshalb haben Sie sich bei der Miss-Bern-Wahl beworben?
Ich habe mich beworben, weil ich an mir selbst wachsen wollte. Seit ich 18 Jahre alt bin, motivierte mich meine Mutter, an der Miss-Bern-Wahl teilzunehmen. Ich sträubte mich lange Zeit dagegen, weil ich den Contest stets mit Germany’s next Topmodel verglich. In dieser Sendung sind Zickenkrieg und Brüskierungen an der Tagesordnung. Meine Gotte Gabriella Linder hat mich schliesslich inspiriert, an der Miss-Bern-Wahl teilzunehmen. Sie war 1997 Miss-Bern-Kandidatin.

Kam der Sieg bei der Miss-Bern-Wahl für Sie überraschend?
Dass ich zu den 16 Finalistinnen gehörte, hat mich zuerst überrascht. Ich empfand die Konkurrenz als sehr stark. Obwohl ich eine selbstbewusste Frau bin, schwand mein Selbstvertrauen, sobald ich mit den Konkurrentinnen zusammen war. Ich wurde unsicher. Wieder allein, kehrte das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurück.

Sie sind in der Rockerszene aufgewachsen, haben Tattoos – ist das nicht ein krasser Gegensatz zum gängigen Bild der zarten Miss-Wahlen?
Ja, es ist ein Gegensatz. Nicht wenige Personen aus meinem Umfeld haben mir abgeraten, an der Miss-Bern-Wahl teilzunehmen. Sie kannten nur eine Seite von mir. Für sie war ich der «Rüedu», die Schreinerin. Handwerk hat mich schon immer fasziniert. Es macht mir Spass, am Abend zu sehen, was ich am Tag erschaffen habe. Ich war nie die ordentliche Bürolistin, sondern eine kreative Chaotin. Die Tattoos gehören zu mir, sie zeichnen mich aus. Entweder akzeptiert man mich mit meinen Eigenschaften oder man lässt es sein.

Was bedeutet es für Sie, Miss Bern zu sein?
Es bedeutet mir viel. Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich es schaffen kann. Ich freue mich sehr auf mein Amtsjahr. Ich erwarte viele Erlebnisse und möchte sowohl in der Hauptstadt als auch im Kanton Bern etwas Positives bewirken.

Was nehmen Sie sich in Ihrem Amtsjahr vor?
Ich möchte das Umweltbewusstsein der Menschen fördern. Ich strebe auch privat eine ökologische Lebensweise an. Ich stelle meine Deodorants, Shampoos und Schminke selbst her, weil ich sicher sein will, dass keine Schadstoffe drin sind und kein Plastik verwendet wird.